Die 7 Chakren: Bedeutung und Überblick
Wurzelchakra, Herzchakra, drittes Auge, Kronenchakra:
Wer sich mit Yoga, Meditation oder moderner Energiearbeit beschäftigt, begegnet diesen Begriffen schnell.
Meist werden dabei sieben Chakren dargestellt, die entlang der Körpermitte angeordnet sind.
Doch was sind Chakren eigentlich?
Und stammen die heute bekannten sieben Chakren tatsächlich genau so aus einer einzigen jahrtausendealten Lehre?
Die Antwort ist etwas interessanter.

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Was bedeutet Chakra?
Das Sanskritwort Cakra beziehungsweise Chakra bedeutet wörtlich unter anderem „Rad“ oder „Kreis“.
Chakren spielen in verschiedenen südasiatischen tantrischen und yogischen Traditionen eine Rolle und gehören dort zu Vorstellungen eines subtilen beziehungsweise yogischen Körpers.
Historisch gibt es allerdings nicht nur ein einziges Chakra-System.
Unterschiedliche Traditionen kannten unterschiedliche Anzahlen, Namen, Positionen und spirituelle Funktionen solcher Zentren. Religionswissenschaftliche Darstellungen zeigen, dass tantrische und hathayogische Texte verschiedene Modelle von Cakras und Nāḍīs entwickelten.
Das heute im Westen besonders bekannte System mit sieben Hauptchakren ist daher am besten als ein verbreitetes modernes Ordnungsmodell zu verstehen.
Für Meditation und spirituelle Praxis ist es trotzdem ausgesprochen praktisch.
Die sieben Chakren im Überblick
Von unten nach oben werden üblicherweise folgende sieben Zentren genannt:
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Muladhara – Wurzelchakra
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Svadhisthana – Sakralchakra
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Manipura – Solarplexuschakra
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Anahata – Herzchakra
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Vishuddha – Kehlchakra
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Ajna – Stirnchakra / drittes Auge
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Sahasrara – Kronenchakra
Schauen wir sie uns einzeln an.
1. Muladhara – das Wurzelchakra
Position im modernen Modell: unterer Bereich der Wirbelsäule / Beckenboden
häufige Farbe: Rot
Themen: Verwurzelung, Stabilität, Körperlichkeit, Sicherheit
Das Wurzelchakra bildet in der verbreiteten Sieben-Chakren-Systematik den Ausgangspunkt.
Symbolisch geht es um das Fundament.
Wo stehe ich?
Was gibt mir Halt?
Wie gut bin ich im gegenwärtigen Moment und im eigenen Körper angekommen?
Deshalb wird Muladhara häufig mit Erdung und Stabilität verbunden.
2. Svadhisthana – das Sakralchakra
Position: Unterbauch
häufige Farbe: Orange
Themen: Gefühl, Kreativität, Sinnlichkeit, Beweglichkeit
Das zweite Chakra wird häufig mit emotionalem Erleben und schöpferischem Ausdruck in Verbindung gebracht.
Wenn Muladhara für Fundament steht, bringt Svadhisthana Bewegung hinein.
Es kann deshalb in Meditationen beispielsweise als Symbol für die Fähigkeit verwendet werden, Gefühle wahrzunehmen, Kreativität zuzulassen und Veränderungen nicht grundsätzlich abzuwehren.
3. Manipura – das Solarplexuschakra
Position: Oberbauch
häufige Farbe: Gelb
Themen: Wille, Handlungsfähigkeit, Selbstbehauptung, persönliche Kraft
Manipura wird in moderner Chakraarbeit häufig mit dem eigenen Willen verbunden.
Was möchte ich?
Wofür stehe ich?
Wo handle ich selbst?
Als Meditationssymbol kann dieses Chakra deshalb für Entschlossenheit, Eigenständigkeit und bewusstes Handeln stehen.
4. Anahata – das Herzchakra
Position: Brustmitte
häufige Farbe: Grün, teilweise Rosa
Themen: Mitgefühl, Beziehung, Verbundenheit, Liebe
Anahata gehört zu den bekanntesten Chakren.
In moderner spiritueller Praxis steht es häufig für die Fähigkeit, sich anderen Menschen zuzuwenden, ohne sich selbst dabei vollständig zu verlieren.
Herzchakra-Arbeit kann deshalb mit Themen wie Mitgefühl, Dankbarkeit, Beziehung und Versöhnung verbunden werden.
Dabei muss Liebe nicht ausschließlich romantisch verstanden werden.
Sie kann ebenso Freundschaft, Wohlwollen, Selbstmitgefühl oder spirituelle Verbundenheit umfassen.
5. Vishuddha – das Kehlchakra
Position: Halsbereich
häufige Farbe: Blau
Themen: Ausdruck, Kommunikation, Wahrheit
Vishuddha wird häufig mit Kommunikation verbunden.
Damit ist jedoch mehr gemeint als möglichst viel zu sprechen.
Auch Zuhören gehört dazu.
Wann spreche ich?
Wann schweige ich?
Kann ich etwas ehrlich ausdrücken?
Kann ich anderen Raum lassen?
In diesem Sinn eignet sich das Kehlchakra gut als Symbol für bewusste Kommunikation.
6. Ajna – Stirnchakra oder „drittes Auge“
Position: Stirnbereich
häufige Farbe: Indigo
Themen: Erkenntnis, Intuition, innere Wahrnehmung
Ajna wird häufig als drittes Auge bezeichnet.
Dadurch hat dieses Chakra weit über Yoga hinaus eine eigene spirituelle Symbolwelt entwickelt.
Es steht in moderner Praxis häufig für Intuition, Einsicht und die Fähigkeit, über die unmittelbar sichtbare Oberfläche hinauszudenken.
Dabei muss „Intuition“ nicht automatisch als übernatürliche Wahrnehmung interpretiert werden.
Ajna kann ebenso als Meditationssymbol für Reflexion, Vorstellungskraft und innere Klarheit dienen.
7. Sahasrara – das Kronenchakra
Position: oberhalb beziehungsweise am Scheitel
häufige Farben: Violett oder Weiß
Themen: Transzendenz, Einheit, Spiritualität
Sahasrara bildet im verbreiteten Sieben-Chakren-Modell den oberen Abschluss.
Es wird häufig mit dem Überschreiten des rein individuellen Selbst und mit spiritueller Verbundenheit verbunden.
Je nach religiöser Haltung kann das ganz unterschiedlich interpretiert werden:
als Gottesbezug, transpersonale Erfahrung, Einheit, Leere, kosmisches Bewusstsein oder schlicht als Symbol für die Frage nach etwas, das über das eigene Ich hinausweist.

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Sind die Chakra-Farben traditionell?
Hier lohnt sich erneut eine Differenzierung.
Die heute fast selbstverständliche Zuordnung
Rot → Orange → Gelb → Grün → Blau → Indigo → Violett
ist in dieser einheitlichen Form vor allem aus moderner Chakra- und Esoteriksystematik bekannt.
Sie sollte nicht so dargestellt werden, als wäre diese komplette Regenbogenordnung in sämtlichen historischen hinduistischen Chakra-Lehren identisch vorhanden gewesen.
Das macht sie für heutige Meditation nicht wertlos.
Es zeigt lediglich, dass spirituelle Traditionen sich entwickeln.
Sind Chakren körperliche Organe?
Nein.
Chakren gehören zu religiösen beziehungsweise spirituellen Modellen eines subtilen Körpers.
Sie sind keine anatomischen Organe.
Man sollte deshalb Aussagen wie:
„Dieses Chakra steuert dieses Organ“
oder:
„Ein blockiertes Chakra verursacht Krankheit X“
nicht mit medizinischem Wissen verwechseln.
Im SpiritWerk verwenden wir Chakren als Elemente spiritueller und energetischer Praxis – nicht als Ersatzmodell für Anatomie oder Medizin.
Wie kann man mit Chakren meditieren?
Eine sehr einfache Chakra-Meditation besteht darin, die Aufmerksamkeit nacheinander durch die sieben Bereiche zu führen.
Beginne unten:
Wurzel → Unterbauch → Oberbauch → Herz → Hals → Stirn → Scheitel
Verweile jeweils einige Atemzüge.
Du kannst das Chakra einfach als Punkt oder Licht wahrnehmen beziehungsweise visualisieren.
Anschließend gehst du weiter.
Dabei muss nichts „geöffnet“ oder erzwungen werden.
Es genügt zunächst, aufmerksam zu werden.
Später können einzelne Chakren ausführlicher betrachtet werden.
Genau deshalb werden wir jedes der sieben Hauptchakren im SpiritWerk auch noch in einem eigenen Beitrag behandeln.
Chakren und Reiki
Reiki und Chakraarbeit werden heute häufig miteinander kombiniert.
Eine Reiki-Handposition am Herzbereich kann beispielsweise gleichzeitig als Herzchakra-Praxis interpretiert werden.
Historisch sind Reiki und südasiatische Chakra-Systeme jedoch nicht dieselbe Tradition.
Gerade diese Unterscheidung macht ihre Kombination interessanter:
Man kann zwei spirituelle Modelle bewusst miteinander verbinden, ohne behaupten zu müssen, sie seien ursprünglich identisch gewesen.
Interner Link: Reiki Handpositionen – ein praktischer Überblick
Die Chakren als spirituelle Landkarte
Chakren können schließlich als eine Art Landkarte betrachtet werden.
Vom Fundament des Wurzelchakras führt der Weg über Gefühl, Willen, Beziehung und Ausdruck bis zu Erkenntnis und Transzendenz.
Ob man dieses Modell wörtlich energetisch versteht oder stärker symbolisch betrachtet, hängt von der eigenen spirituellen Perspektive ab.
In beiden Fällen stellt es eine faszinierende Struktur für Meditation und Selbstreflexion bereit.
Und genau deshalb haben die Chakren über kulturelle Grenzen hinweg bis heute so viele Menschen angesprochen.
Die sieben Chakren als Kurzüberblick
|
Chakra |
Sanskrit |
verbreitetes Thema |
|
Wurzelchakra |
Muladhara |
Stabilität |
|
Sakralchakra |
Svadhisthana |
Gefühl & Kreativität |
|
Solarplexuschakra |
Manipura |
Wille & Handlung |
|
Herzchakra |
Anahata |
Verbundenheit |
|
Kehlchakra |
Vishuddha |
Ausdruck |
|
Stirnchakra |
Ajna |
Erkenntnis & Intuition |
|
Kronenchakra |
Sahasrara |
Transzendenz |
Häufige Fragen
Wie heißen die sieben Chakren?
Muladhara, Svadhisthana, Manipura, Anahata, Vishuddha, Ajna und Sahasrara.
Sind es immer sieben Chakren?
Nein. Historische yogische und tantrische Traditionen kennen unterschiedliche Chakra-Systeme.
Welche Farben haben die sieben Chakren?
Im heute weit verbreiteten modernen Modell werden Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett beziehungsweise Weiß verwendet.
Kann man Chakren meditieren?
Ja. Chakra-Visualisation und die bewusste Konzentration auf einzelne Zentren gehören zu verbreiteten Formen moderner spiritueller Meditation.
Sind Chakren medizinisch nachgewiesen?
Chakren sind Bestandteile spiritueller beziehungsweise religiöser Modelle und keine anatomisch nachgewiesenen Körperorgane.
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