Reiki Handpositionen: ein praktischer Überblick
Wer Reiki lernt, begegnet meist schon früh verschiedenen Handpositionen.
Sie geben einer Anwendung Struktur und helfen gerade am Anfang dabei, unterschiedliche Körperbereiche nacheinander einzubeziehen.
Gleichzeitig entsteht manchmal der Eindruck, es gäbe eine einzige, seit Mikao Usui unverändert überlieferte Liste von Reiki-Handpositionen.
So einfach ist es nicht.
Unterschiedliche Reiki-Schulen verwenden unterschiedliche Reihenfolgen und teilweise auch eine unterschiedliche Anzahl von Positionen.
Handpositionen sollten deshalb vor allem als praktische Orientierung verstanden werden.

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Warum werden beim Reiki überhaupt verschiedene Handpositionen verwendet?
Bei einer Reiki-Anwendung werden die Hände je nach Tradition direkt aufgelegt oder mit etwas Abstand zum Körper gehalten.
Eine Abfolge verschiedener Positionen ermöglicht es, die Aufmerksamkeit systematisch durch unterschiedliche Körperregionen zu führen.
Typische Bereiche sind:
-
Kopf
-
Hals und Schultern
-
Brustbereich
-
Bauch
-
Rücken
-
Beine
-
Knie
-
Füße
Auch international etablierte Reiki-Schulen beschreiben Positionen rund um Kopf und Schultern, Bauch und Füße; zugleich können je nach Bedarf weitere Positionen verwendet werden.
Gibt es die „originalen“ Reiki-Handpositionen?
Hier ist etwas Vorsicht angebracht.
Reiki entwickelte sich im Japan des frühen 20. Jahrhunderts rund um Mikao Usui und wurde durch unterschiedliche Schülerinnen, Schüler und spätere Linien weitergegeben. Die Praxis entwickelte sich dabei weiter. Die heute bekannte westliche Reiki-Tradition wurde insbesondere durch Chujiro Hayashi und Hawayo Takata geprägt.
Deshalb begegnet man heute unterschiedlichen Schemata.
Das ist kein Problem.
Eine feste Reihenfolge kann gerade Anfängern Sicherheit geben.
Mit zunehmender Erfahrung arbeiten manche Praktizierende zusätzlich intuitiv.
Praktische Handpositionen für die Selbstanwendung
Die folgende Liste ist deshalb kein Anspruch auf eine einzig gültige historische Sequenz, sondern eine leicht nachvollziehbare Praxisübersicht.
1. Schädeldecke
Die Hände werden sanft auf den oberen Kopf gelegt oder etwas darüber gehalten.
2. Stirn
Beide Hände können nebeneinander auf beziehungsweise leicht über der Stirn liegen.
3. Schläfen
Die Hände befinden sich seitlich am Kopf.
Berühre dabei immer nur so fest, wie es angenehm ist.
4. Augenbereich
Die Hände können locker über den geschlossenen Augen gehalten werden, ohne Druck auf die Augen auszuüben.
Alternativ bleibt etwas Abstand.
5. Ohren beziehungsweise Kopfseiten
Beide Hände können seitlich an den Kopf geführt werden.
6. Hals
Die Hände liegen locker im Hals- beziehungsweise unteren Kieferbereich.
Kein Druck auf den Hals.
Wer Berührung dort unangenehm findet, hält die Hände einfach mit Abstand.
7. Schultern
Die Hände können auf den Schulterbereich gelegt werden.
Bei der Selbstbehandlung ist auch eine Seite nach der anderen möglich.
8. oberer Brustbereich
Beide Hände werden bequem auf den oberen Brustkorb gelegt.
9. Herzgegend
Die Hände können anschließend etwas tiefer wandern.
Viele Menschen verbinden diese Position gerne mit einigen ruhigen Atemzügen.
10. Oberbauch
Beide Hände ruhen oberhalb des Nabels.
11. Unterbauch
Danach wandern sie weiter nach unten.
12. Hüftbereich
Je nach Sitz- oder Liegeposition können die Hände seitlich oder vorne im Hüftbereich liegen.
13. Oberschenkel
Beide Hände werden bequem auf den Oberschenkeln platziert.
14. Knie
Anschließend können die Knie einbezogen werden.
15. Unterschenkel
Wenn es bequem möglich ist, können die Hände an die Unterschenkel gelegt werden.
16. Fußgelenke
Auch dieser Bereich lässt sich in eine vollständige Anwendung einbeziehen.
17. Füße
Die Füße bilden einen beliebten Abschluss einer Ganzkörpersequenz.
Wenn eine Position körperlich unbequem ist, überspringe sie einfach.
Reiki-Praxis sollte nicht zu Verrenkungen führen.
Muss jede Position verwendet werden?
Nein.
Eine vollständige Sequenz kann für eine ausführliche Selbstbehandlung sinnvoll sein.
Im Alltag kann man jedoch auch nur einige Positionen wählen.
Eine kurze Anwendung könnte beispielsweise bestehen aus:
Kopf → Herzbereich → Bauch → Knie
Eine längere Anwendung kann den ganzen Körper einbeziehen.
Die Handpositionen sind eine Struktur – kein Prüfungsschema.
Wie lange bleibt man bei einer Reiki-Handposition?
Dazu existieren unterschiedliche Lehrmethoden.
Manche verwenden beispielsweise feste Zeitintervalle. Andere orientieren sich stärker an der eigenen Wahrnehmung. In Reiki-Praxisanleitungen werden häufig mehrere Minuten pro Position beschrieben.
Für Anfänger kann eine feste Zeit durchaus hilfreich sein:
Beispielsweise zwei bis fünf Minuten pro Position.
Damit entsteht ein ruhiger Rhythmus.
Später kann die Praxis freier werden.
Auflegen oder Abstand halten?
Beides findet sich in moderner Reiki-Praxis.
Bei angenehmen und unproblematischen Körperregionen können die Hände sanft aufliegen.
Bei sensiblen beziehungsweise intimen Bereichen, Verletzungen oder wenn Berührung schlicht nicht gewünscht ist, sollte Abstand gehalten werden.
Bei Reiki an anderen Menschen gilt grundsätzlich:
Berührung braucht Zustimmung.
Spirituelle Praxis hebt persönliche Grenzen nicht auf.
Handpositionen bei einer Behandlung anderer Menschen
Die grundlegenden Regionen ähneln der Selbstanwendung.
Die konkrete Durchführung benötigt jedoch besondere Aufmerksamkeit hinsichtlich:
-
Einverständnis
-
Privatsphäre
-
bequemer Lagerung
-
respektvoller Berührung
-
professioneller Grenzen
Der empfangende Mensch bleibt bei einer üblichen Reiki-Sitzung bekleidet; Handpositionen können auf oder nahe am Körper verwendet werden.
Intuitive Reiki-Handpositionen
Mit zunehmender Erfahrung verlassen manche Reiki-Praktizierende teilweise die feste Reihenfolge.
Vielleicht möchtest du länger bei einer Position bleiben.
Vielleicht fühlt sich eine andere heute wichtiger an.
Das kann Bestandteil persönlicher Praxis sein.
Gerade Anfänger profitieren dennoch häufig davon, zuerst eine klare Grundstruktur kennenzulernen.
Man muss Regeln verstehen, bevor man sinnvoll mit ihnen spielen kann.
Handpositionen und Chakren
Moderne Reiki-Praxis wird häufig mit dem Sieben-Chakren-Modell kombiniert.
Dadurch werden beispielsweise Positionen am:
-
Unterbauch,
-
Oberbauch,
-
Herzbereich,
-
Hals,
-
Stirnbereich
gleichzeitig als Arbeit mit entsprechenden Chakren interpretiert.
Historisch sollte man Reiki und die heute populäre Chakra-Systematik jedoch nicht einfach zu einer einzigen ursprünglichen Lehre verschmelzen.
Es handelt sich um unterschiedliche Traditionsstränge, die in moderner spiritueller Praxis miteinander kombiniert werden können.
Die Handpositionen sind eine Landkarte
Vielleicht ist das die hilfreichste Art, sie zu betrachten.
Eine Landkarte zeigt einen möglichen Weg.
Sie zwingt dich aber nicht, jeden Tag exakt dieselbe Strecke zu gehen.
Lerne zunächst eine übersichtliche Sequenz.
Probiere sie aus.
Beobachte deine Praxis.
Und entwickle daraus mit der Zeit eine Reiki-Anwendung, die strukturiert genug ist, um Orientierung zu geben, und frei genug, um lebendig zu bleiben.
Häufige Fragen
Wie viele Reiki-Handpositionen gibt es?
Es gibt keine universell verbindliche Zahl für alle Reiki-Schulen. Je nach Tradition werden unterschiedliche Sequenzen gelehrt.
Wie lange hält man eine Position?
Häufig werden mehrere Minuten verwendet. Eine feste Zeit ist jedoch kein allgemeingültiges Reiki-Gesetz.
Müssen die Hände den Körper berühren?
Nein. Reiki wird auch mit geringem Abstand praktiziert.
Welche Position eignet sich für Anfänger?
Eine einfache Ganzkörpersequenz von Kopf über Brust und Bauch bis zu Beinen beziehungsweise Füßen bietet eine gut nachvollziehbare Struktur.
Kann ich nur einzelne Positionen verwenden?
Ja. Eine Reiki-Praxis muss nicht immer eine vollständige Ganzkörpersequenz umfassen.


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