Ich habe in meinem Leben vieles erlebt - und vieles intensiver gelebt als viele andere. Zu meinen besten Entscheidungen in diesem Leben gehörte aber definitiv, die Entscheidung zu einer Reiki-Einweihung. Doch auch davor habe ich sehr spannende spirituelle Erlebnisse gemacht, die ich nicht missen möchte.
Dieser Text entsteht als eine kleine Reflexion zu Reiki, dem Einweihungsweg und seinem Verhältnis zum christlichen Glauben, anlässlich einer harten Kritik gegenüber Reiki - wie sie gerade in christlichen Kreisen offenbar gerne geübt wird. Mir ist bewusst, dass Reiki - oder besser: das gleichnamige System der Energiearbeit und Meditation - ursprünglich der asiatischen Einweihungstradition, namentlich der buddhistischen und spirituellen Tradition Japans entstammt. Ich sehe aber kein eschatologisches Gegeneinander von Reiki und Christentum, da auch das Christentum seine Wurzel in der einen, ungeteilten und unteilbaren Wahrheit hat, die auf dem Einweihungsweg in ihrer Tiefe existenziell erfahren wird.

Das frühe Christentum schildert uns recht ähnliche Erlebnisse wie die, die im Rahmen eines grundlegenden Einweihungserlebnisses gemacht werden können: über die frühe UrKirche kam etwas wie ein heiliger Wind (eben so fühlt sich die Energie im Reiki an), das sich wie mit Feuerzungen auf den Anwesenden niederließ (ein Synonym für geistige Kraft) und sie zu augenscheinlich übernatürlichem befähigte. Und exakt das ist es, was wir auch im Reiki erleben. Die Grenzen unserer Wahrnehmung lichten sich - und der ernsthaft praktizierende erkennt mehr und mehr, dass in Wahrheit alle Dinge derselben einen heiligen - und damit heilsamen - schöpferischen Urquelle entstammen. Und: dass die Dimension des Lichts und der Kraft nach der viele in Erleuchtungserlebnissen suchen, in Wahrheit immer schon in allen Dingen enthalten ist.
Es ist dies kein anderes Erlebe als das der mittelalterlichen Mystiker, wie Meister Eckehardt oder Hildegard von Bingen, die ihre Erfahrungen mit einem sehr realen göttlichen Gegenüber als Erfahrungen des Lichts schilderten. Die Gleichnisse Eckehards die von dem Schöpfer aller Dinge als einer Quelle sprechen, die aufgrund ihres Wesens unaufhörlich fließt und ihre Kraft - und Güte - in die materielle Wirklichkeit hinein fliessen lässt - können 1:1 auf die Quelle des Reiki angewandt werden: denn Reiki wurde und wird in Japan als ein umfassenderes Konzept verstanden, als bei uns im Westen.
Reiki ist im japanischen Denken nicht einfach eine Art von energetischem Bodywork - es ist bodhi-Work - also eigentlich: Erleuchtungsarbeit. Und es ist der Name eben jener Energie, die aus einer ewigen Urquelle permanent ins Dasein fließt - und alle Dinge in dieser Welt, sind aus Reiki gemacht. Dieselbe Energie die alle Dinge erhält und trägt, und in der wir je und je sicher sind, ist unsere eigentliche und wahre geistige Heimat. Jenseits aller Begriffe. Jenseits aller Lehren. Jenseits aller Illusionen und Irrtümer.
Ich selbst könnte viel darüber erzählen wie ich das Wirken einer Energie und Kraft im christlichen Glauben gefunden und erfahren habe. Denn Fakt ist: Ich habe über Jahre hinweg - inzwischen seit mehreren Jahrzehnten - Erfüllungen mit heilsamer und heiliger Energie erfahren, sowohl innerhalb wie außerhalb der engen Grenzen bedingender Religionen und Kulturen. Und ich könnte seitenweise persönliche Erlebnisse schildern. Aber das käme mir an dieser Stelle nicht richtig vor, da ich weder werben noch überzeugen möchte. Ich will einfach eine kurze Zusammenfassung meiner eigenen Gedanken und Erlebnisse anbieten. Und dich dazu einladen, deine eigenen zu machen. Denn das ist es, worum es doch eigentlich geht.
Es gibt einen Punkt, der mir in dieser Hinsicht wesentlich scheint - oder der mir einfach wichtig ist und den ich einbringen möchte: Als jemand der sowohl im christlichen Kontext Erfahrungen mit heiliger und heilsamer Energie gemacht hat - und später in das traditionelle Usui Reiki - und einige andere Reiki-Systeme eingeweiht wurde, erlebe ich, wie die Energie die ich im Christentum hinter allen Dingen erfahren habe, und Reiki einander eben nicht (!) entgegengesetzt sind. Wenn ich meine Hand über die Seiten der Bibel gleiten lasse, fühle ich etwas wie einen Wind der von diesen Seiten ausgeht. Und eine Energie die in mir dazu in Resonanz tritt. Wenn ich mich mit Reiki verbinde, erlebe ich einen geistigen Hauch der mich erfüllt und erfahre wie ein heiliges Licht mich ganz - und immer mehr und mehr - durchdringt und erfüllt.

Hüben wie drüben ist es aber - als eine Brücke über beide Traditionen hinweg - aber auch wichtig, dass wir als Praktizierende lernen uns auch unserem Schatten, und den tiefen existenziellen Ängsten des Geistwesens zu stellen. Wenn wir diese Themen für uns durchlebt - mitunter durchlitten - haben, erfahren wir etwas wie eine spirituelle Wiedergeburt. Unser ganzes Wesen beginnt sich zu verändern - und statt Zurückgezogenheit, Isolation und Angst, erfahren wir auf einmal eine unglaublich tiefe und heilsame Verbundenheit, wir öffnen uns dem Leben in nie geahnter Intensität und Klarheit - und beginnen auch unbewusst mehr und mehr Frieden in unserem Umfeld, aber auch in der Welt freizusetzen.
Ich bedaure, dass es heute scheinbar auch Menschen gibt, die alleine gelassen wurden. Die eben keinen Meister an ihrer Seite hatten und ihren inneren Lehrer noch nicht erweckt haben, die im Zuge der Aufarbeitung ihres Schattens keine Möglichkeit gefunden haben, ihr Erleben zu deuten und wirklich zu verstehen. Was ich gut finde, und wofür ich dankbar bin, ist, dass es christliche Gemeinden gibt und gab, die diese Menschen aufgefangen haben. Meine Botschaft an diese ist aber: bleibt nicht bei euren Ängsten stehen. Erlaubt euch tiefer und tiefer und tiefer in die heilige und heilsame Energie einzutauchen - wo und wie auch immer ihr diese erlebt.
Ob ihr diese Kraft und diese Energie nun “Liebe Gottes” oder “Reiki” nennt - aus meiner Sicht ist sie dieselbe. Die Geschichte, die Denkmodelle, die Namen die das jeweilige System der spirituellen Urkraft auch gibt - es geht nicht um die - es geht um das Erleben einer Energie, die hinter allen Dingen immer schon am Wirken ist.
In diesem Sinne,
möge jedes Wesen seinen eigenen individuellen Weg zum höchsten Wohle finden,
möge es niemals bei einer Illusion stehenbleiben,
sondern in allen Dingen Verbundenheit und Freude erfahren.
Ich hoffe mit diesem Text genau dazu beigetragen zu haben.
Markus H. Zeitlhofer MSc
3.Grad traditionelles Usui Reiki, 3.Grad tibetisches Reiki, Karuna Ki-Reiki Anwender und Lehrer, eingeweiht in die Usui großmeistergrade 5-20, Quantum Energy Healing Anwender, Studierender und Praktizierender zahlreicher Wege
Hinweis: dieser Text ist ursprünglich auf meiner privaten FB-Seite erschienen. Ich habe ihn aufgrund thematischer Relevanz ins Spiritwerk integriert.
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