Möge Klarheit dich begleiten, Gelassenheit dich tragen und Vertrauen deinen nächsten Schritt führen.

Möge Klarheit dich begleiten, Gelassenheit dich tragen und Vertrauen deinen nächsten Schritt führen.

„Möge Klarheit dich begleiten, Gelassenheit dich tragen und Vertrauen deinen nächsten Schritt führen.“

Dieser Segen verbindet drei innere Haltungen miteinander, die in vielen spirituellen Traditionen als Wegbegleiter gelten: Klarheit, Gelassenheit und Vertrauen.

Sie beantworten drei unterschiedliche Fragen:

Was erkenne ich?
Wie begegne ich dem, was geschieht?
Und worauf stütze ich mich, wenn der weitere Weg noch nicht vollständig sichtbar ist?

„Möge Klarheit dich begleiten …“

Klarheit bedeutet nicht, auf jede Frage sofort eine Antwort zu besitzen. Sie kann viel schlichter beginnen: damit, die Dinge so zu sehen, wie sie gerade sind.

Was liegt tatsächlich vor mir?
Was davon kann ich beeinflussen?
Was ist meine Aufgabe – und was gehört vielleicht gar nicht in meine Hände?

Gerade in kontemplativen und mystischen Traditionen ist Klarheit deshalb eng mit innerer Sammlung verbunden. Je weniger wir eine Situation ausschließlich durch Sorgen, Wünsche oder vorschnelle Erwartungen betrachten, desto leichter kann sichtbar werden, was der nächste sinnvolle Schritt sein könnte.

Dann folgt die Gelassenheit.

„… Gelassenheit dich tragen …“

Das deutsche Wort besitzt eine bemerkenswert spirituelle Geschichte. Besonders in der christlichen Mystik – etwa bei Meister Eckhart – bezeichnet Gelassenheit mehr als bloße Entspannung. Sie hat mit einem inneren Loslassen zu tun: mit der Fähigkeit, nicht alles festhalten, erzwingen oder vollständig kontrollieren zu müssen.

Gelassenheit bedeutet deshalb nicht Gleichgültigkeit.

Sie bedeutet, engagiert handeln zu können, ohne sich von jedem möglichen Ausgang abhängig zu machen.

Und schließlich heißt es:

„… und Vertrauen deinen nächsten Schritt führen.“

Vertrauen beginnt oft genau dort, wo vollständige Gewissheit endet.

Wir kennen selten den gesamten Weg. Spirituelle Traditionen verwenden deshalb seit Jahrhunderten das Bild des Gehens: Der Mensch erhält nicht immer eine Karte für die ganze Reise. Oft wird lediglich der nächste Schritt sichtbar.

Vertrauen bedeutet dann nicht, blind anzunehmen, dass alles automatisch gut ausgehen wird. Es kann vielmehr heißen, darauf zu vertrauen, dass wir mit dem umgehen können, was sich zeigt – und dass sich der Weg im Gehen weiter erschließt.

Vielleicht liegt darin die Bewegung dieses Segens:

Klarheit, um zu erkennen, was jetzt vor dir liegt.
Gelassenheit, um nicht alles beherrschen zu müssen.
Und Vertrauen, um trotzdem weiterzugehen.

Manchmal braucht es für einen guten Weg tatsächlich nicht mehr als das:

sehen, was ist,
loslassen, was sich nicht erzwingen lässt,
und den nächsten Schritt gehen.

 

Segensspruch Latein

Comitetur te claritas, sustentet serenitas, et fiducia proximum gradum tuum dirigat.

Segensspruch Deutsch

Möge Klarheit dich begleiten, Gelassenheit dich tragen und Vertrauen deinen nächsten Schritt führen.

 

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