
„Möge dein Geist klar werden, dein Herz ruhig atmen und dein Weg sich in Frieden vor dir öffnen.“
Ein Segen versucht nicht, die Zukunft festzulegen. Er spricht einem Menschen vielmehr etwas Gutes zu – eine Möglichkeit, unter deren Vorzeichen der kommende Weg stehen darf.
Darin steht dieser Satz in einer alten spirituellen Tradition. Segensworte begegnen uns besonders stark in der jüdischen und christlichen Überlieferung, aber auch weit darüber hinaus: als Worte des Friedens, der Bewahrung, der guten Führung und der inneren Ausrichtung.
„Möge dein Geist klar werden.“
Klarheit bedeutet dabei mehr als gutes Denken. Sie bezeichnet einen Zustand, in dem wir unterscheiden können: Was ist gerade wesentlich? Was gehört wirklich zu mir? Welcher Gedanke verdient meine Aufmerksamkeit – und welcher darf weiterziehen?
„Dein Herz ruhig atmen.“
Das Herz steht in vielen spirituellen Traditionen für die innere Mitte des Menschen. Ein ruhiges Herz bedeutet deshalb nicht Gefühllosigkeit, sondern eine Form von Sammlung: Gefühle dürfen da sein, ohne dass wir von jedem einzelnen fortgetragen werden.
„Und dein Weg sich in Frieden vor dir öffnen.“
Der Weg ist eines der ältesten Bilder spiritueller Sprache. Wir kennen selten die gesamte Strecke. Oft genügt es, dass der nächste Abschnitt sichtbar wird. Frieden bedeutet dabei nicht, dass jeder Weg leicht sein muss. Er kann vielmehr jene innere Stimmigkeit bezeichnen, aus der heraus ein nächster Schritt möglich wird.
Vielleicht liegt genau darin der eigentliche Wunsch dieses Segens:
klar genug zu sehen,
ruhig genug zu fühlen
und vertrauensvoll genug zu sein,
um den nächsten Schritt gehen zu können.
Segensspruch Deutsch
Möge dein Geist klar werden, dein Herz ruhig atmen und dein Weg sich in Frieden vor dir öffnen.
Segensspruch Latein
Mens tua clarescat, cor tuum placide spiret, atque iter tuum in pace ante te aperiatur.
Gesungener Chant

0 Kommentare